Dem Menschen im Menschen zuliebe

LA 1987-2010

Back to California ! (bilder folgen!)

Die Notitz unten war mein erster Kontakt zu Bill Flocco, Leiter der American Academie of Reflexology in Los Angeles. Während meines ersten Telefonats im August 1986 mit ihm, habe ich, den Hörer zwischen Ohr und Schulter geklemmt, seinen Namen, seine Adresse (kommt durch das scannen nicht mehr raus) und die Telefonnummer auf einen Zettel gekritzelt und wie zu sehen ist mit zwei Fehlern:

eine Woche später hatte ich einen Termin an der Schule

in diesem Gebäude waren die Unterrichtsräume der Amarican Academy of Reflexology


 mit Bill (bild)

6 Monate später war ich wieder da um die Ausbildung in Fuß-, Hand- und Ohr-Reflexologie zu machen:

1987


7.10.201

Unterrichtspause! (Lorena unten rechts ist die einzige aus dem Kurs zu der ich noch Kontakt habe. Wir waren vor 11 Tagen zusammen in Laguna Beach)



In einem Nationalpark - Park nördlich von LA Vorbereitung auf die Prüfung

(dieser Ordner steht noch immer in meinem Bücherregal)

Prüfung bestanden:

meine Fraundin Freya ! Sie hatte das lauteste Lachen der ganzen Klasse, hat mich 2x in Berlin besucht und ist 2003 an einer Herzschwäche gestorben, nachdem sie die Krankenschwestern bis fast zu ihrem letzten Atemzug bestens unterhalten hatte.

Ich hatte 1987 bereits einen Antrag auf eine Arbeitserlaubnis in USA gestellt. Ich hätte an der American Academy of Reflexology unterrichten können. Dennoch war es sehr sehr schwer eine Greencard zu bekommen.

- Manchmal lässt man sich in eine andere Richtung leiten als man vor hatte zu gehen -

Ich flog zurück nach Berlin und gründete 1988 zusammen mit dem Vater meiner Söhne eine Familie. 1988 wurde Florian geboren und 1990 Ben. Drei Monate vor seiner Geburt bestand ich die Heilpraktikerprüfung und gründetet das

„Institut für Reflexzonen – Massage“

im Februar 1991, dreieinhalb Monate nach der Öffnung der Berliner Mauer lud ich Bill nach Berlin ein, die Ohr – Reflexologie für meine Schüler zu unterrichten.

Es war seine erste Reise nach Deutschland. Es lagen nur 4 Jahre zwischen unserem Abschied in LA und unserem Wiedersehen. Ich hatte eine Familie und die Heilpraktikerprüfung.

Bill hatte an der Weiterentwicklung der Integration von Fuß-, Hand- und Ohr-Reflexologie gearbeitet und hatte begonnen auch in anderen nordamerikanischen Staaten und in Kanada die Reflexologie zu unterrichten. Die Räume in denen ich bei ihm gelernt hatte waren während sozialer Unruhen, möglicherweise im Zusammenhang mit einem Erdbeben, Plünderungen zum Opfer gefallen und Bill unterrichtete in Hotels und anderen wechselnden Lokalisationen.

Dieses erste Seminar mit Bill im Februar 1991 hat in doppeltem Sinn einen historischen Charakter. Bill unterrichtete zum ersten mal in Deutschland und es kamen die ersten Schüler aus dem Ostteil der Stadt in meine Seminare. Am Brandenburger Tor konnte man Stücke der Berliner Mauer kaufen. Wir hatten die Idee, Bill eines als Symbol der Wiedervereinigung und des Friedens zu schenken. Wir baten Renate, sie kam aus Marzahn, also aus dem Ostteil der Stadt, ihm das Mauerstück zu überreichen.

Keiner von uns hatte abgesehen, welche Kränkung diese Bitte für sie beinhaltete, hatte sie doch 40 Jahre die Einschränkungen dieser Mauer erlebt. Verständlicherweise fand sie es geschmacklos, diese Mauer nun als Souvenir zu verschenken. Ich sehe das Entsetzen noch heute auf ihrem Gesicht und wir ahnungslos daneben, zwei Welten trafen hier aufeinander. Es wurde offensichtlich, 40 Jahre in der selben Stadt gelebt und doch hatte jeder eine völlig andere Geschichte.


Wir kamen alle ins Nachsinnen, dennoch behielten wir unsere Idee aufrecht und zwei Teilnehmerinnen kauften am Abend 2 Mauerstücke am Brandenburger Tor und brachten sie am nächsten Tag eingpackt mit ins Seminar.



Renate hatte die Nacht kaum geschlafen, erzählte sie uns, sie habe viel nachgedacht und wolle vesuchen, Bill die Steine zu übergeben. Ihr Blick war klar und überzeugt als sie das sagte.



Am Ende des Seminars überreicht sie Bill die Präsente und während sie ihre vorbereiteten Worte sprach, die spürbar aus ihrer Seele kamen, brach sie in Tränen aus.



Bill nahm die Päckchen mit feuchten Augen an und bedankte sich mit den Worten, dass diese Steine ein Symbol für die Mauern in uns seien und ein Aufruf, unsere inneren Mauern ein zu reißen um der Liebe Platz zu machen und dann heulten wir alle.







Von 1991 bis 1997 kam Bill jedes Jahr nach Berlin und unterrichtete die Ohr-Reflexologie, die Integration von Fuß-, Hand- und Ohr-Reflexologie und einen Selbsthilfekurs. Es waren immer 10 Tage mit wenig Schlaf und voller Intensität.

Bill blieb nicht allein mein Reflexologie – Lehrer, er wuchs in unsere Familie und wurde uns ein guter Freund.
einmal beobachtete mein Sohn Florian Bill beim Koffer auspacken. Dann kam er zu mir und meinte, ach der Bill hat wieder Füße, Hände und ein großes Ohr mitgebracht.

Durch den Anstieg des Dollarkurses Ende der neunziger Jahre und Bills Gesundheitszustand, mussten wir unsere Zusammenarbeit verändern und Bill übertug mir das Unterrichten der Kurse, die er zuvor gegeben hatte. Anfangs sträubte ich mich weil ich mir das nicht zutraute, doch Bill traute es mir zu.


Nun weiß ich, dass Vertrauen und jemandem etwas Zutrauen ein Teil des Könnens sind.



Ich bin Bill sehr dankbar dafür.


1992 beschlossen zwei Reflexologinnen und ich während einer Tagung des Vorstandes der Internationalen Reflexologen- Vereinigung (ICR) (Bill war der Initiator des Treffens) in unserem Wohnzimmer in Berlin, in der Nacht vom 13. zum 14. Feruar 1992, den Deutsche Reflexologen Verband (heute aus rechtlichen Gründen – Verein) zu gründen. Das wurde wenige Wochen später mit Satzung und Notar in die Tat umgesetzt.

1994 gründete sich im Anschlus an die erste Europäischen Reflexolgen Konferenz in Newcastle (England) RiEN (Reflexology in European Network = Netzwerk Europäischer Reflexologen)

2006 folgte Bill einer Einladung in die Schweitz und ich nutzte die Gelegenheit, ihn auch nach Deutschland, dieses mal nicht nach Berlin, sondern in die Allgäumetrapole Kimratshofen ein zu laden und er gab ein Seminar über „weniger bekannte Reflexzonen-Systeme“ am Körper, wie Kopf, Gesicht, Zunge u.a.
Die letzte Station dieser Europareise war der Hochgrat und wir suchten im Anschluss nach einer Souvenier-Kuhglocke für Bills Sekräterin .
Im März 2010 rief mich Stefanie Sabounchian an. Sie hat ihre Reflexologie-Ausbildung ebenfalls an der American Academy of Reflexology bei Bill Flocco gemacht und unterrichtet inzwischen an der Academy. Stefanie ist aus Deutschland und lebt seit 15 Jahren in Los Angeles. Sie plante im April nach Deutschland zu kommen und den von Bill konzipierten „Selbsthilfe-Kurs“ in Fuß-,Hand und Ohr – Reflexologie in Lüneburg zu unterrichten. Bill hatte sie gebeten, sich mit mir ab zu sprechen und so lernten wir uns zunächst am Telefon kennen.Wir redeten wie alte Freundinnen und ich berichtet über die „Psychosomatische Reflexologie“ Stefanie hatte die Idee, mich nach LA zur Konferenz von RAC (Reflexology Association of California) im Oktober ein zu laden um über die Methode zu sprechen und im Anschluss ein Seminar zu geben.

Mitte September musste die Konferenz leider abgesagt werden, aber mein Flug stand fest und mein Entschluss auch

Rhonda, Michele, Stefanie und Bill informierten über das Seminar und organisierten das Seminar mit neun Teilnehmern.
Auf der Seite des Colifornischen R-Verbandes www.reflexology-ca.org findest Du diesen Text: >>RAC has some ‘sad news’ and some ‘great news’…The Sad News: We regret to inform you that we have had to cancel our Conference due to less than advantageous attendee response.

Thank you to those who had registered to attend, we regret any inconvenience to you, and you will be contacted for a full refund shortly.
Keep watching future RAConnections and our ‘Reflexology Roundup’ newsletter for future RAC events.

Now, for the GREAT news…

Helga Dittmann will still be teaching her wonderful seminar
‘Emotional Release Reflexology’ October 2nd and 3rd in Los Angeles … <<

Nach 23 Jahren also ging es wieder auf nach Kalifornien.
Ein Lebensabschnitt der nach meiner Rückkehr von LA 1987 begonnen hatte, ging am 12. Oktober 2010 einen Tag nach Rückkehr aus LA zu Ende. Mein jüngster Sohn Ben verließ das Haus um ein Jahr durch Australien zu reisen.

Rhonda Funes stellte uns ihre Praxisräume in Santa Monica für das Seminar zur Verfügung. 1987 hatte ich in Santa Monica gewohnt. Ich spürte trotz der 23 Jahre dazwischen eine Vertrauheit, die ich im übrigen Los Angeles nicht so fühlte.



Bill und ich fuhren fast eine Stunde von Burbank nach Santa Monica, nahmen ein Frühstück in einem wunderbaren Healthfood-Store ein und dann startete am 2. Oktober um 9:00 das Seminar.



Es war mein zweites Seminar, das ich in LA gab. 1987 hatte ich auf Bills Bitte hin die Metamorphische Methode an der Acedemy unterrichtet. Ich hatte jedoch vergessen, dass Bill nicht nur ein wunderbarer Lehrer sondern auch ein wunderbarer Schüler ist. Als wir begannen mit den Techniken zu arbeiten, legt er sein Skript auf die Beine seiner Seminar-Partnerin und arbeitete genau nach Anweisung die Techniken durch. Natürlich spielte seine über 30 Jährige Reflexologie – Erfahrung auch eine Rolle, sein tiefes Verständnis für menschliche Gefühle und der behutsame und respektvolle Umgang damit.

Sichtbar hatte er ihre alten schmerzhaften Gefühle erreicht, die sie heraus weinte. Unbeirrt arbeitete Bill weiter, als wisse er, dass dies erst der Gipfel des Eisberges ist.

Später hörte ich wie er zu einer Teilnehmerin sichtlich überascht sagte, „das ist so einfach, Du musst nur der Anleitung nach arbeiten und es funktioniert!“

Zu mir sagte er nach dem Seminar, „seit Jahren erzählst Du mir von dieser Methode und ich habe es nie wirklich verstanden, jetzt sehe ich wie einfach das ist und wie tief es dennoch geht. Durch die Einfachheit können wir es in der Reflexologie anwenden ohne „Gefahr“ zu laufen, psychotherapeutisch zu arbeiten, denn dazu braucht man auch in den USA eine Lizenz.

Auch die anderen Kursteilnehmer waren alle sehr gut ausgebildete Reflexologen und die meisten hatten schon etliche Jahre an Erfahrung in der Anwendung der Reflexologie. Das gab uns die Moeglichkeit, sehr tief in die Materie ein zu dringen, was zum Einen ein persoenlicher Gewinn fuer die Teilnehmer war, denn ein Teil des Lernprozesses der Methode, ist die persönliche Erfahrung mit der Wirkung auf die eigenen unverarbeiteten Gefuehle, und zum Anderen gab es den Teilnehmern schnell ein Verstaendnis der Anwendung.

Es wurde geweint aber es wurde auch gelacht und zwar, ich möchte mal sagen ziemlich exessiv:

und dann lachte der ganze Raum
Fuer mich war es eine unglaubliche Freude, nach 23 Jahren wieder hier sein zu können, Zeit mit so wertvollen Menschen zu verbringen und zu spueren, dass die Reflexologie einen Bogen um die ganze Erde spannt.

Weil ich mich den Reflexologen in Californien, nun sicherlich verständlicherweise verbunden fühle, der Verband, genau wie er Deutsche Reflexologen Verein, ein kleiner Verband ist, dessen Mitglieder, insbesondere der Vorstand, Großartiges leisten, hatte ich den Wunsch, dort meine Mitgliedschaft zu beantragen, was ich getan habe. Nun schaun wir mal ob meine zertifizierten Qualifikationen ausreichen. Die Mindeststundenzahl der Ausbildung für die Aufnahme in den Verband, sind 200. Meine Ausbildung bei Bill Floco beinhaltete damals nur 100 Stunden.

Wenn mir die Stunden angerechnet werden, die ich mit Bill Seite an Seit gestanden und übersetzt habe und meine übrigen Fortbildungen, dann durfte es kein Problem werden. Um allerdings die Zertifizierung des „American Certification Board“ zu erhalten, müsste ich wohl noch einmal eine Prüfung ablegen! – Ich weiß, dass es einige Reflexologen hier gibt, besonders die die gerade für die Abschlussprüfung lernen, die das tierisch freuen würde, nicht wahr?

Ich könnte mir sehr gut einen Austausch zwischen RAC und dem DRV vorstellen. Vielleicht kommt ja dann nächstes mal noch jemand der Kolleg/en/innen aus Deutschland mit, währ doch denkbar, oder ?

Der Wunsch einer Weiterführng der Zusatzausbildung in „Psychosomatischer Reflexologie“ (wir haben es in USA „Emotional Release – Reflexology“ genannt) wurde von einem Teil des Vorstandes von RAC und von den Kursteilnehmern ausgesprochen.

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass sich der Wunsch erfüllt, denn ich sehe immer wieder, dass man mit dieser einfachen Arbeit und menschlichem Verständnis so vielen Menschen helfen kann, die verzweilelt, ausgebrannt, unklar oder /und unglücklich sind, bzw. durch solche Lebensphasen gehen.
Last not least noch einmal Bill:

wie schön wäre es, auch ihn mal wieder hier haben zu können! Derzeit arbeitet er an einem neuen Buch über die Intgration von Fuß-, Hand und Ohr-Reflexologie. Wenn das fertig ist, hat er mitr gesagt, können wir über eine Europa-Seminarreise reden. Seine Seminare sind immer eine Bereicherung! .......und seht ihr den klitzekleinen Heiligenschein über seinem Kopf?

Und nun.................

Bye bye California